Akademische Lehrpraxis der Universität Greifswald in Greifswald, Lühmannsdorf und Karlsburg

Informatives

Hyperhomocysteinämie gefährdet Zellen und Organe

Gepostet am Aug 3, 2018 in Informatives

Erhöhte Plasma-Homocysteinspiegel sind ein unabhängiger Risikofaktor für atherothrombotische Gefäßerkrankungen im koronaren, zerebrovaskulären und peripheren arteriellen Kreislauf. 1Bei einer Studie an 228 Teilnehmern mit einem Alter über 55 Jahren wurde festgestellt, dass ein erhöhtes Homocystein auch mit einem reduziertem Gehirnvolumen, größeren Ventrikeln und geringerer kognitiver Leistung assoziiert ist.² Weiterhin zeigte sich in einer Querschnittsstudie mit 2335 Probanden, dass ein Homocystein von >15µmol/l und ein niedriger Vitamin B12-Spiegel unabhängige Risikofaktoren für die altersbedingte Makuladegeneration sind.³ In einer Meta-Analyse von 9 Studien und insgesamt 14863 Teilnehmern bestätigten Forscher, dass ein hoher Homocystein-Spiegel das Frakturrisiko signifikant erhöht. 4 Desweiteren ist Homocystein ein starker exzitatorischer Neurotransmitter, der an den NMDA-Rezeptor bindet und zu oxidativem Stress, zytoplasmatischem Calciumeinstrom, zellulärem Apoptose und endothelialer Dysfunktion führt. 5 Fazit: Die Supplementierung von Folsäure und Vitamin B12 wurde als wirksam bei der Senkung von erhöhten Plasma-Homocysteinspiegel nachgewiesen und kann die dadurch induzierten Beeinträchtigungen reduzieren. Quellen:  1. Weiss N et al. Endothelial dysfunction and atherothrombosis in mild hyperhomocysteinemia.   Vasc Med. 2002 Aug;7(3):227-39 Feng L et al. Associations between elevated homocysteine, cognitive impairment and reduced white matter volume in healthy old adults. Am J Geriatr Psychiatry. 2013 Feb;21(2):164-72 Rochtchina E et al. Elevated serum homocysteine, low serum vitamin B12, folate and age-related macular degenertation:      the Blue Mountains Eye Study. Am J Ophtalmol. 2007 Feb;143(2):344-6 Yang J et al. Homocsyteine level and risk of fracture: A meta-analysis and systematic review. Bone. 2012 Sep;51(3):376-82  5. McCully KS. Chemical pathology of homocysteine. IV. Excitotoxicity, oxidative stress, endothelial dysfunction...

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Vitamin D-Mangel ein Krebsrisiko?

Gepostet am Mai 14, 2018 in Informatives

In einer Studie wurden 9578 Teilnehmer in einem Alter von 50-74 Jahren über 10 Jahre begleitet. Dabei wurde festgestellt, dass die Meisten vor allem im Winter unzureichend mit Vitamin D versorgt sind. Allerdings war auch im Sommer bei 41% der Probanden eine niedrige und bei 6% sogar eine sehr niedrige Vitamin D-Konzentration nachweisbar. Bei den Teilnehmern mit niedrigem und sehr niedrigem Vitamin D-Spiegel, war die Sterblichkeit um das 1,2- bzw. 1,7-fache erhöht. Das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einer Krebserkrankung zu sterben war bei sehr niedrigem Vitamin D-Spiegel um das 1,4-fache erhöht, das Risiko für eine Atemwegserkrankung sogar um das 2,5-fache. Fazit: Eine adäquate Versorgung mit Vitamin D wirkt protektiv auf die Gesundheit. Quelle: Schöttker B et al. Strong associations of 25-hydroxyvitamin D concentrations with all-cause, cardiovascular, cancer, and respiratory disease mortality in a large cohort study. Am J Clin Nutr. 2013 Apr;97(4):782-93....

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Probiotika bei Helicobacter pylori

Gepostet am Apr 10, 2018 in Informatives

Forscher haben eine Metaanalyse aus 30 randomisiert kontrollierten Studien erstellt, in welchen die H.-pylori-Eradikation bei standardmäßiger Triple-Therapie kombiniert mit vs. ohne Zugabe von Probiotika verglichen wurde. Die Daten von über 4000 Patienten zeigen, dass die Eradikationsraten mit Probiotika signifikant besser waren. Außerdem litten die Patienten seltener unter therapiebedingten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe und Oberbauchschmerzen. Die Probiotika-Spezies Lactobazillus, Saccharomyces und Bifidobacterium zeigten einen günstigen Effekt. Fazit: Die Zugabe von Probiotika zur Standardtherapie verbessert die Eradikationsraten sowie die Patientenadhärenz! Quelle: Lau CS et al.: Probiotics improve the efficacy of standard triple therapy in the eradication of Helicobacter pylori. Infect Drug Resist 2016; 7(9):275-89...

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Demenz – Ginkgo nutzt

Gepostet am Feb 16, 2018 in Informatives

Eine Metaanalyse von 9 Studien zum Ginkgo Extrakt wurde von einer japanischen Gruppe erstellt. Erfolgsparameter waren Veränderungen im Syndrom-Kurztest und in der Alzheimer’s Disease Assessment Scale Cognitive Subscale. Der Ginkgo-Extrakt EGb 761® wurde in einer Dosis von 240mg/d über mindestens 22-24 Wochen eingenommen. Die Ergebnisse vom Ginkgo Extrakt waren gegenüber Placebo sowohl in der Gesamtgruppe als auch bei gemischter vaskulärer und Alzheimer-Demenz sowie bei reiner Alzheimer-Demenz überlegen. Die Verträglichkeit lag dabei auf Placeboniveau. Fazit: Ginkgo ist bei Demenz wirksam und gut verträglich! Quelle: Masayuki Hashiguchi et al. Meta-Analysis of the Efficacy and Safety of Ginkgo Biloba Extract for the Treatment of Dementia J Pharm Health Care Sci. 2015; 1:14...

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Zucker mindert körperliche Stressreaktion

Gepostet am Dez 7, 2017 in Informatives

Forscher fanden in einem Versuch mit 19 Frauen in einem Alter zwischen 18 und 40 Jahren heraus, dass gezuckerte Getränke eine niedrigere Cortisolausschüttung in Stresssituationen bewirkten als aspartamgesüßte Getränke. Die Probandinnen tranken über 2 Wochen 3x täglich entweder mit Zucker oder mit Aspartam gesüßte Getränke. Die Teilnehmerinnen unterzogen sich einem Mathetest und dabei wurde die Cortisolkonzentration im Speichel als Reaktion auf den mentalen Stress gemessen. DieAktivität des Gehirns wurde mittels funktionellem MRT gemessen. Dabei zeigte sich, dass die Aktivität im Hippocampus, die üblicherweise bei Stress ansteigt, in der Gruppe mit gezuckerten Getränken geringer war. Die herabgesetzte Stressreaktion ist eine Erklärung für die positive Verstärkung, die der Konsum süßer Limonade verursacht. Es ist  nachvollziehbar, die negativen körperlichen Auswirkungen unterdrücken zu wollen. Dennoch ist ein normaler Umgang mit Stress wichtig für die Gesundheit. Fazit: Zucker reduziert die Reaktion des Gehirns auf Stress, macht aber möglicherweise auch anfälliger für Fettleibigkeit und die damit verbundenen Probleme. Quelle: M. S. Tryon et al. Excessive Sugar Consumption May Be a Difficult Habit to Break: A View From the Brain and Body. J Clin Endoc. Metab 2015, June;100(6):2239-47....

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Entzündung bremst Fettverbrennung

Gepostet am Okt 3, 2017 in Informatives

In einer aktuellen Studie wurde Mäusen eine besonders kalorienreiche Diät verabreicht und anschließend die Veränderungen im Fettgewebe untersucht. Dabei fanden die Forscher heraus, dass es im Unterhautfett der adipösen Mäuse kaum zu Entzündungen kam und der cGMP-Signalweg (cyclisches Guanosinmonophosphat) größtenteils intakt war. Im tiefer sitzenden Bauchfett sah dies allerdings ganz anders aus: durch die deutliche Gewichtszunahme haben sich entzündliche Prozesse ausgebreitet und der Fettverbrennungsturbo cGMP ist weitestgehend zum Erliegen gekommen. Ursächlich dafür ist der Tumornekrosefaktor –α. Er unterdrückt die cGMP-Signalkaskade und verhindert, dass sich weiße in braune Fettzellen umwandeln lassen. Dass diese Erkenntnis auch auf den menschlichen Organismus zutrifft, konnten die Wissenschaftler an humanen Unterhaut- und Bauchfettproben nachweisen. Fazit: Eine Gewichtsreduktion führt zur Verminderung der Entzündungsprozesse. Ein medikamentöser Ansatz zur Bekämpfung der Adipositas könnte, neben der Gabe von cGMP-stimulierenden Wirkstoffen parallel die Hemmung der Entzündungsreaktion sein. Quelle: Sanyal A et al. (2016) Cell Reports:...

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