Akademische Lehrpraxis der Universität Greifswald in Greifswald

Informatives

Bewegung beeinflusst Depressionsrisiko

Gepostet am Feb 11, 2020 in Informatives

Eine Metaanalyse untersuchte 49 progrediente Longitudinalstudien mit insgesamt über 250.000 Probanden, die alle zu Studienbeginn depressionsfrei waren. In den Studien wurden Einflussfaktoren wie Alter, BMI, Geschlecht, Raucherstatus auf die Depressionsinzidenz untersucht. Hierbei fiel auf, dass Personen mit geringer körperlicher Aktivität eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit hatten, an Depression zu erkranken. Limitierend hierbei ist allerdings, dass in fast allen Studien sowohl die körperliche Aktivität als auch die depressive Symptomatik lediglich als Selbsteinschätzung anhand von Fragebögen erfasst wurde. Trotzdem ließ sich der Zusammenhang in allen Altersklassen unabhängig der regionalen Herkunft beobachten. Fazit: Dass Bewegung bereits Einzug in diverse Therapie-Strategien für psychische Erkrankungen erhalten hat, ist mittlerweile allseits bekannt. Nun konnte festgestellt werden, dass eine ausreichende körperliche Aktivität sogar präventiv wirken und das Auftreten von Depressionen vorbeugen kann. Quelle: Schuch FB, Vancampfort D, Firth J et al. Physical activity and incident depression: A meta-analysis of prospective cohort studies. Am J Psychiatry. 2018;175:631-48...

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Armtraining für die Beine

Gepostet am Jan 7, 2020 in Informatives

Laut einer Untersuchung wirkt sich Training am Arm-Ergometer positiv auf die Symptome der pAVK aus. Nach einem mehrwöchigen Armtraining verlängerte sich bei Patienten die schmerzfreie Gehstrecke und -dauer, die O2-Versorgung der Wadenmuskulatur wurde besser und die Lebensqualität wurde nach dem Training als besser eingeschätzt. Diese Effekte seinen vergleichbar und zum Teil sogar besser als herkömmliches Laufbandtraining und Training mit dem Fahrradergometer. Es wird vermutet, dass Ausdauertraining die Bildung von Kollateralgefäßen unabhängig vom Ort der Muskelbeanspruchung begünstigt. Armausdauertraining wird besonders als Alternative für Patienten mit aufgrund schwerer pAVK eingeschränktem Beintraining angeraten. FAZIT: Wer nicht laufen kann, kann trotzdem Ausdauertraining betreiben! Quelle: E. Willems und R. Weidmann: Sinnvolle Umleitung: Armergometertraining bei pAVK; Physiopraxis 2019; 17 (1); S....

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Ausdauer- und Intervalltraining – positive Effekt auch an den Chromosomen ablesbar

Gepostet am Nov 7, 2019 in Informatives

In einer Fallkontrollstudie mit 124 Personen um das 50. Lebensjahr wurden vier Gruppen mit unterschiedlicher körperlicher Aktivität untersucht: Gruppe 1: 3x 45 Min. Ausdauertraining pro Woche Gruppe 2: 3x 45 Min. Intervalltraining pro Woche (Methode: 4 Min. Belastung im Wechsel mit 4 Minuten Ruhe) Gruppe 3: 3x 45 Min. Kraftraining pro Woche Gruppe 4: kein Sportprogramm Nach 6 Monaten hatten sich die Telomere der ersten beiden Gruppen um 3,3 – 3,5 % verlängert, wärend die Telomere der anderen beiden Gruppen gleichermaßen kürzer geworden sind. Die Aktivität der Telomerase habe sich in den ersten beiden Gruppen in dieser Zeit verdoppelt. Bei den Ausdauersportlern habe sich zusätzlich die Aktivität der NO-Synthase, einem Enzym, dem auch eine schützende Wirkung gegen Atheroskelrose der Gefäßwände zugesagt wird, in den Blutzellen verstärkt. Quelle: Werner C M, Hecksteden A, Morsch A, et al.: Differential effects of endurance, interval, and resistance training on telomerase activity and telomere length in a randomized, controlled study. European Heart Journal...

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Sport senkt den Blutdruck

Gepostet am Sep 23, 2019 in Informatives

In eine Metaanalyse wurden 391 randomisierte kontrollierte Studien eingeschlossen, die sich entweder mit dem Vergleich von Bewegungsinterventionen (197 Studien) oder Antihypertensiva (194 Studien) befassten. Keine der eingeschlossenen Studien hat Bewegungsinterventionen und Antihypertensiva direkt verglichen. Dabei zeigte sich insgesamt, dass strukturierte Übungspläne aller Arten von Bewegung (auch die Kombination von Ausdauer und Krafttraining) zu einer Senkung des Blutdruckes führen, wenn auch schwächer als durch Medikamente. Bei Patienten mit einem systolischen Blutdruck über 140 mmHg, war der blutdrucksenkende Effekt von Sport und Medikamenten vergleichbar. Die Stärke des blutdrucksenkenden Effekts durch Sport hängt mit der Intensität und der Regelmäßigkeit des Trainings zusammen. Fazit: moderates dynamisches Training, wie Radfahren, Walking, Schwimmen oder Skilanglauf für mindestens 30 Minuten an 5 bis 7 Tagen pro Woche über einen längeren Zeitraum.   Quelle: Naci H, Salcher-Konrad M, Dias S, Blum MR, Sahoo SA, Nunan D, Ioannidis JPA. How does exercise treatment compare with antihypertensive medications? A network meta-analysis of 391 randomised controlled trials assessing exercise and medication effects on systolic blood pressure. Br J Sports Med. 2019 Jul;53(14):859-869. doi: 10.1136/bjsports-2018-099921. Epub 2018 Dec...

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Lipoprotein(a) – ein Faktor für Herzerkrankungen

Gepostet am Jul 11, 2019 in Informatives

In einer großen Studie  wurden LPA-Gen-Variationen untersucht, welche Einfluss auf den Plasmaspiegel von Lipoprotein(a) haben, mit dem Ziel eine Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Lp(a) und dem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse aufzuzeigen. Ein niedriger genetischer Lp(a)-Spiegel war mit einem 29% niedrigerem Risiko von KHK verbunden. Außerdem wurde das Risiko für periphere Gefäßerkrankungen um 31% gesenkt. Das Schlaganfallrisiko sank um 13% und das Risiko an einer Herzinsuffizienz zu erkranken um 17%. Das Risiko für eine Aortenstenose wurde sogar um 37% gesenkt. Desweiteren gab es eine signifikante Assoziation mit einer besseren Nierenfunktion. Fazit: Ein niedriger Lp(a)-Spiegel wirkt sich günstig auf das Herz-Kreislauf-System aus. Quelle: Connor AE et al. Phenotypic characterization of genetically lowered human Lipoprotein(a) Level. JACC, 2016 Dec. DOI: 10.1016/j.jacc.2016.10.033...

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Gewichte heben gegen Demenz

Gepostet am Mai 6, 2019 in Informatives

Für die Studie wurden 100 Probanden mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen zwischen 55 und 86 Jahren in 4 verschiedene Gruppen eingeteilt: Widerstandstraining und computerbasiertes kognitives Training, Widerstandstraining und ein Plazebo-computerbasiertes kognitives Training, Gehirntraining und Plazebo-Sportübungen (Stretching), sowie Plazebo-Sportübungen und Plazebo-kognitives Training. Teilnehmern, die Widerstandstraining absolvierten, wurde aufgetragen 2 Mal die Woche, 6 Monate lang Gewichte mit einer Belastung von 80 % zu heben. Entsprechend dem Trainingsstand und dem Zuwachs der Muskulatur wurde das Gewicht im Laufe der Zeit immer wieder angepasst, um eine Belastung von 80 % aufrecht zu erhalten. Die Ergebnisse zeigten, dass wir mit einer gesünder alternden Gesellschaft rechnen können, je mehr Menschen kontinuierlich Widerstandstraining machen. Es wird empfohlen, mindestens 2 Mal pro Woche mit hoher Intensität zu trainieren, um den Kräftezuwachs zu maximieren. Davon profitiere dann auch das Gehirn. So wurde anhand von MRT-Scans bei den Probanden, die am Programm mit Gewichtheben teilnahmen, eine Vergrößerung bestimmter Hirnregionen festgestellt. Fazit: Die Gehirnfunktion kann mithilfe von Muskelaufbau gestärkt werden! Quelle: Mavros Y et al. Mediation of Cognitive Function Improvements by Strength Gains After Resistance Training in Older Adults with Mild Cognitive Impairment: Outcomes of the Study of Mental and Resistance Training. J Am Geriatrics Soc. 2017...

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