Akademische Lehrpraxis der Universität Greifswald in Greifswald

Informatives

Zöliakie – Persistierende Dysbiose

Gepostet am Sep 15, 2017 in Informatives

Dauerhafte Zöliakie-Beschwerden lassen sich nicht in jedem Fall mit versehentlicher Glutenaufnahme erklären. Daher wurde der Zusammenhang von persistierenden Symptomen mit der duodenalen Mikrobiotazusammensetzung untersucht. Diese verglich man zwischen je 18 Zöliakiepatienten mit dem höchsten und dem niedrigsten Symptom-Score (Gastrointestinal Symptom Rating Scale, GSRS). Alle Teilnehmer hatten mindestens 3 Jahre eine glutenfreie Diät eingehalten, wiesen eine normale Darmschleimhaut auf und waren Autoantikörper-negativ. Die Darmflora im Zwölffingerdarm der Patienten mit persistierenden Problemen zeigte gegenüber jener von Beschwerdefreien signifikante Unterschiede: Die Besiedlung mit Proteobakterien war deutlich höher (40 vs. 21%, p=0,04); der Anteil der Gattungen Bacterioidetes und Firmicutes war hingegen geringer (15 vs. 25%, p=0,01 bzw. 33 vs. 46%, p=0,05). Außerdem fiel die bakterielle Vielfalt bei Persistenz der Symptome deutlich geringer aus. Diese Art der Dysbiose ist vergleichbar mit jener, die auch bei unbehandelter Zöliakie und anderen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie z.B. dem Reizdarmsyndrom beschrieben wird. Die Ergebnisse legen nahe, dass Probiotika oder fäkale Transplantationen sinnvolle Therapieoptionen sein könnten. Fazit: Patienten mit Zöliakie haben eine veränderte Bakterienflora im Zwölffingerdarm. Trotz langer glutenfreier Diät kann die Dysbiose bestehen bleiben. Das kann ein Grund sein, warum die Symptome bei einigen Patienten persistieren. Abhilfe könnten Probiotika oder fäkale Transplantationen schaffen. Quelle: Wacklin P et al.: Altered duodenal microbiota composition in celiac disease patients suffering from persistent symptoms on a long-term gluten-free diet. Am J Gastroenterol 2014; 109(12): 1933-41...

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Zöliakie – Persistierende Dysbiose

Gepostet am Jun 30, 2017 in Informatives

Dauerhafte Zöliakie-Beschwerden lassen sich nicht in jedem Fall mit versehentlicher Glutenaufnahme erklären. Daher wurde der Zusammenhang von persistierenden Symptomen mit der duodenalen Mikrobiotazusammensetzung untersucht. Diese verglich man zwischen je 18 Zöliakiepatienten mit dem höchsten und dem niedrigsten Symptom-Score (Gastrointestinal Symptom Rating Scale, GSRS). Alle Teilnehmer hatten mindestens 3 Jahre eine glutenfreie Diät eingehalten, wiesen eine normale Darmschleimhaut auf und waren Autoantikörper-negativ. Die Darmflora im Zwölffingerdarm der Patienten mit persistierenden Problemen zeigte gegenüber jener von Beschwerdefreien signifikante Unterschiede: Die Besiedlung mit Proteobakterien war deutlich höher (40 vs. 21%, p=0,04); der Anteil der Gattungen Bacterioidetes und Firmicutes war hingegen geringer (15 vs. 25%, p=0,01 bzw. 33 vs. 46%, p=0,05). Außerdem fiel die bakterielle Vielfalt bei Persistenz der Symptome deutlich geringer aus. Diese Art der Dysbiose ist vergleichbar mit jener, die auch bei unbehandelter Zöliakie und anderen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie z.B. dem Reizdarmsyndrom beschrieben wird. Die Ergebnisse legen nahe, dass Probiotika oder fäkale Transplantationen sinnvolle Therapieoptionen sein könnten. Fazit: Patienten mit Zöliakie haben eine veränderte Bakterienflora im Zwölffingerdarm. Trotz langer glutenfreier Diät kann die Dysbiose bestehen bleiben. Das kann ein Grund sein, warum die Symptome bei einigen Patienten persistieren. Abhilfe könnten Probiotika oder fäkale Transplantationen schaffen. Quelle: Wacklin P et al.: Altered duodenal microbiota composition in celiac disease patients suffering from persistent symptoms on a long-term gluten-free diet. Am J Gastroenterol 2014; 109(12): 1933-41 DOI: 10.1038/ajg.2014.355...

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Krill-Öl für´s Kniegelenk

Gepostet am Jan 2, 2017 in Informatives

Japanische Forscher verabreichten einer Gruppe von 25 Erwachsenen mit leichtem Knieschmerzen (JKOM-Score) eine Kapsel mit Krill Öl (240mg Eicosaptensäure [EPA] und 110mg Docohexaensäure [DHA] pro Kapsel)  und eine weiteren Gruppe mit 22 Erwachsenen mit Distelöl gefüllte Plazebo-Kapseln. 30 Tage lang nahmen die Teilnehmer zum Frühstück und Abendessen  jeweils 4 Kapseln ein. In beiden Gruppen gaben die Probanden nach Beendigung der Studie eine Verbesserung der Knieschmerzen an, jedoch in der Krill Öl Guppe war es ein siginifikanter Effekt. Die Beschwerden wurden in der Krill Öl Gruppe deutlich besser behandelt. Fazit: Die antientzündliche Wirkung von EPA und DHA ist schon lange bekannt und diese Studie zeigt wiedereinmal das die antientzündliche Wirkung und damit die Besserung von Beschwerden von Arhtrosen (Abnutzung der Gelenkflächen)  und dies ohne Nebenwirkung eine sinnvolle Therapie sein kann. Quelle: Suzuki Y, Fukushima M, Sakuraba K, Sawaki K, Sekigawa K: Krill Oil Improves Mild Knee Joint Pain: A Randomized Control Trial. PLoS One. 2016 Oct 4;11(10):e0162769. doi: 10.1371/journal.pone.0162769. eCollection 2016....

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Magnesium wird unterschiedlich im Körper aufgenmommen

Gepostet am Dez 12, 2016 in Informatives

Die Wirksamkeit von Magnesiumpräparaten hängt stark von der Art und der Bioverfügbarkeit der verwendeten Magnesiumverbindung im Präparat ab. Es gibt Magnesium als organische Verbindungen (Magnesium-Aminosäure-Chelat, Magnesium-Citrat) und anorganische Verbindung (Magnesium-Oxid). Die Verbindungen unterscheiden sich in ihrer Bioverfügbarkeit, d.h. wie schnell und in welchem Umfang das Magnesium im Blutkreislauf dem Körper zur Verfügung steht. Englische Forscher untersuchten in einer placebokontrollierten randomisierten Untersuchung 46 gesunde Teilnehmer, die 60 Tage 300mg der 3 veschiedenen Magnesiumverbindungen einnahmen. Es zeigte sich ein Vorteil für die Magnesium-Citrat-Verbindung. Magnesium-Citrat führte sowohl nach akuter als auch chronischer Einnahme zum größten Anstieg der Magnesiumspiegels im Blut. Fazit: Magnesium-Citrat zeigt eine bessere Bioverfügbarkeit nach 60-tägiger Einnahme im Vergleich zu anderen Präparaten. Quelle: Walker AF, Marakis G, Christie S, Byng M.Mg citrate found more bioavailable than other Mg preparations in a randomised, double-blind study. Magnes Res. 2003...

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Glutensensitivität gibt es wirklich ?!

Gepostet am Jul 19, 2016 in Informatives

Glutensensitivität gibt es wirklich ?!

Die Glutensensitivität wird in Fachkreisen kritisch diskutiert, jedoch bei Experten und in Leitlinien tritt dieser Begriff vermehrt auf. Der Begriff wird verwendet, wenn man unter glutenfreier Kost eine Beschwerdelinderung im gastrointenstinalen Bereich hat. Abzugrenzen sind dabei Erkrankungen wie Zöliakie und Weizenallergie. Diese haben einen klaren Pathomechanismus. Eine randomisierte doppelblinden kontrollierten Studie mit einem placebokontrolliertes Crossover-Protokoll erhielten Patienten mit Beschwerden eine Glutenfreie Kost. Daneben sollten die Patienten für jeweils eine Woche verkapseltes Gluten in kleiner Menge (4,4g) oder Placebo verkapselte Reisstärke einnehmen. Die einwöchige Glutenexposition führte zur Beschwerdezunahme mit Blähungen, Depressive Stimmungslage und Aphten. Fazit: Glutensensitivität kann für unklare abdominelle Beschwerden eine Ursache sein. Quelle: Di Sabatino A, Volta U, Salvatore C, Biancheri P, Caio G, De Giorgio R, Di Stefano M, Corazza GR :Small Amounts of Gluten in Subjects With Suspected Nonceliac Gluten Sensitivity: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Cross-Over Trial.Clin Gastroenterol Hepatol. 2015 Sep;13(9):1604-12.e3. doi: 10.1016/j.cgh.2015.01.029. Epub 2015 Feb...

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DARMBAKTERIEN UNTERSTÜTZEN DIE KREBSTHERAPIE

Gepostet am Jan 21, 2016 in Informatives

Zwei unabhängige Studien zeigten im Tierexperiment, dass die Beschaffenheit der Darmflora einen Einfluss auf das Antitumormittel hat. Bei differenzierter Betrachtungsweise stellte sich heraus, das insbesondere die Bifidobakterien für den onkologischen Erfolg verantwortlich waren.  Die orale Gabe dieses Bakteriums schränkte das Tumorwachstum ein. Eine zweite Studie wies auf, dass nur in Anwesenheit von Bacteroides-Spezies das Tumorwachstum vermindert werden konnte. Quelle: Sivan A1, Corrales L1, Hubert N2, Williams JB1, Aquino-Michaels K3, Earley ZM2, Benyamin FW1, Lei YM2, Jabri B2, Alegre ML2, Chang EB2, Gajewski TF4. ; Commensal Bifidobacterium promotes antitumor immunity and facilitates anti-PD-L1 efficacy.Science. 2015 Nov 27;350(6264):1084-9. doi: 10.1126/science.aac4255. Epub 2015 Nov 5. Vétizou M1, Pitt JM1, Daillère R1, Lepage P2, Waldschmitt N3, Flament C4, Rusakiewicz S4, Routy B5, Roberti MP4, Duong CP4, Poirier-Colame V4, Roux A6, Becharef S4, Formenti S7, Golden E7, Cording S8, Eberl G8, Schlitzer A9, Ginhoux F9, Mani S10, Yamazaki T4, Jacquelot N1, Enot DP11, Bérard M12, Nigou J13, Opolon P14, Eggermont A15, Woerther PL16, Chachaty E16, Chaput N17, Robert C18, Mateus C19, Kroemer G20, Raoult D21, Boneca IG22, Carbonnel F23, Chamaillard M3, Zitvogel L2;  Anticancer immunotherapy by CTLA-4 blockade relies on the gut microbiota. Science. 2015 Nov 27;350(6264):1079-84. doi: 10.1126/science.aad1329. Epub 2015 Nov...

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